Führerscheine
Bevor ich mich entscheide
Wassersport ist ein grenzenloses Vergnügen und kann auf Flüssen, Kanälen, Binnenseen, Küstengewässern
oder der hohen See, mit einem Motor- oder Segelboot betrieben werden. Je nach Revier und Motorisierung sind amtliche
- vom Gesetzgeber vorgeschriebene - Führerscheine erforderlich. Hier sind die prägnanten Unterschiede der einzelnen
Führerscheine dargestellt. Details zu den Führerscheinen sind
unter den einzelnen Führerscheinen aufgeführt.
Die Einsteigerführerscheine
Der Sportbootführerschein-See (SBF-See) und der Sportbootführerschein Binnen (SBF-Binnen) sind sogenannte Pflichtscheine. Sie werden vom Gesetzgeber bei einer Motorleistung von mehr als 3,68 kW
(5PS) vorgeschrieben.
Sportbootführerschein-See (SBF-See)
Der Sportbootführerschein-See ist ein reiner Motorbootschein.
Er wird auf Küstengewässern gesetzlich vorgeschrieben. Eine Längenbegrenzung des Fahrzeuges gibt es nicht. Einzige Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug zu Sportzwecken genutzt wird.
Grundlagen des Schifffahrtsrechts, der terrestrischen Navigation und der Schiffssicherheit sind Bestandteil der theoretischen Ausbildung. Grundlegende Fahrmanöver sind Bestandteil der praktischen Ausbildung.
Sportbootführerschein-Binnen (SBF-Binnen)
Der Sportbootführerschein-Binnen ist zweigeteilt, in einen Motor- und einen Segelschein.
Der Motorschein (SBF-Binnen unter Motor) wird auf Binnengewässern gesetzlich vorgeschrieben. Die Länge des Fahrzeugs muss kleiner als 15 Meter sein und
zu Sportzwecken genutzt werden.
Grundlagen der Verkehrsvorschriften, der Motorenkunde und der Sicherheit sind Bestandteil der theoretischen Ausbildung.
Grundlegende Fahrmanöver auf Binnengewässern sind Bestandteil der praktischen Ausbildung.
Die praktische Ausbildung entfällt beim Besitz des SBF-See!
Der Segelschein (SBF-Binnen unter Segel) wird auf freiwilliger Basis erworben. Häufig wird er von Segelbootverleihern aus versicherungsrechtlichen Gründen verlangt. Auf Berliner Gewässern ist er Pflicht.
Grundlagen der Segelphysik, der Bootskunde und der Schiffssicherheit sind Bestandteil der theoretischen Ausbildung.
Die praktische Ausbildung findet in Form von einwöchigen Segelseminaren statt.
Die Aufbauführerscheine
Die Einsteigerführerscheine beinhalten nicht die seemännischen Voraussetzungen, um außerhalb der 3 Seemeilenzone oder in Gezeitengewässern einen Seetörn durchzuführen.
Der Sportküstenschifferschein (SKS), der Sportseeschifferschein (SSS) und der Sporthochseeschifferschein (SHS) können auf freiwilliger Basis erworben werden. Für Ausbilder oder Skipper auf Traditionsschiffen sind der Sportsee- oder der Sporthochseeschifferschein Pflicht.
Sportküstenschifferschein (SKS)
Der Sportküstenschifferschein ist zweigeteilt, in einen Motor- und einen Segelschein.
Eine Längenbegrenzung des Fahrzeugs gibt es nicht. Einzige Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug zu Sportzwecken genutzt wird.
Berücksichtigung von Strom und Wind, Schiffssicherheit, Gezeitenberechnung, Segelphysik und Grundlagen der Wetterkunde sind primärer Bestandteil der theoretischen Ausbildung.
Die sichere Führung einer Fahrtenyacht ist Bestandteil der praktischen Ausbildung.
Sportseeschifferschein (SSS)
Der Sportseeschifferschein ist zweigeteilt, in einen Motor- und einen Segelschein.
Eine Längenbegrenzung des Fahrzeugs gibt es nicht. Einzige Voraussetzung ist, das Fahrzeug
muss zu Sportzwecken genutzt werden. Für Ausbilder oder Skipper auf Traditionsschiffen ist der
Sportseeschifferschein Pflicht.
Gezeitennavigation, Radar plotten, Beurteilung von Wettersituationen, Schiffssicherheit und technische Navigation sind Bestandteil der theoretischen Ausbildung. Die sichere Führung einer Fahrtenyacht bei Nacht, im Strom und in besonderen Witterungssituationen ist Bestandteil der praktischen Ausbildung.
Sporthochseeschifferschein (SHS)
Der Sporthochseeschifferschein ist in einen Motor- und einen
Segelschein zweigeteilt.
Eine Längenbegrenzung des Fahrzeugs gibt es nicht. Einzige Voraussetzung ist, das Fahrzeug
muss zu Sportzwecken genutzt werden. Für Ausbilder oder Skipper auf Traditionsschiffen ist der
Sporthochseeschifferschein bei weltweiter Fahrt Pflicht.
Astronavigation, Beurteilung von weltweiten Wettersituationen und Schiffssicherheit sind Bestandteil der theoretischen Ausbildung.
Die sichere Führung einer Fahrtenyacht in allen Situationen wird vorausgesetzt
und ist darum nicht mehr Bestandteil der Ausbildung.
Unser Tipp !
Kombikurse
Ambitionierte Wassersportlerinnen und Wassersportler, die sowohl die Binnen- als auch die Küstengewässer der Bundesrepublik Deutschland befahren wollen entscheiden sich zuerst für den
SBF-See und dann für den SBF-Binnen
unter Motor.
Warum?
- Eine praktische Ausbildung und Prüfung zum Erwerb des SBF-Binnen unter Motor
ist nicht erforderlich!
-
Das spart Zeit und Geld und reduziert den Prüfungsaufwand
Ambitionierte Seglerinnen und Segler die sowohl die Binnen- als auch die Küstengewässer der Bundesrepublik Deutschland mit einem Segelboot befahren wollen entscheiden sich
häufig zuerst für den SBF-See, dann für den SKS und last but not least für den SBF-Binnen unter Motor und unter
Segel.
Warum?
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Eine praktische Ausbildung und Prüfung zum Erwerb des SBF-Binnen unter Motor und SBF-Binnen
unter Segel ist dann nicht mehr erforderlich!
-
Das spart Zeit und Geld und reduziert den Prüfungsaufwand
Doch "richtig" Segeln lernt man nur auf einer Segeljolle!
Einige Führerscheine können in Kombination erworben werden, bei anderen werden Prüfungselemente erlassen, wenn Erfahrungen nachgewiesen werden.
Unser Ausbildungskonzept in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen berücksichtigt diese Varianten und die Ansprüche der einzelnen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer. Deshalb beginnt für Einsteiger die Führerscheinausbildung im Wassersport bei uns üblicherweise mit dem SBF-See.
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